Eine Schottenkönigin als 'Dame à la Licorne'

Im ersten Nachtrag zu der Veröffentlichung von 2008 über zwei Einhorn-Teppichfolgen von um 1500 wird klargestellt, dass die New Yorker Einhornjagd in Wirklichkeit der Anne de France, Tochter von Louis XI und Gemahlin von Pierre II de Bourbon, gewidmet war.

 

Dem zweiten Nachtrag zufolge war die Pariser Tapisserie-Folge der Dame à la Licorne von der mit dem Schottenkönig James IV vermählten, oder bereits verwitweten, Margaret Tudor in Auftrag gegeben worden. Die fertigen Teppiche, auf denen die ständigen Begleiter der Einhorndame, der Löwe und das Einhorn, England und Schottland vertreten, erreichten jedoch nie den Inselstaat. Wie im dritten Nachtrag erläutert, gelangte der Damenzyklus nach seiner Fertigstellung in die Auvergne, vielleicht nach Schloss Mirefleurs, welches John Stewart, Herzog von Albany, gehörte. Die vierte Ergänzung lässt anhand einer dieser Persönlichkeit gewidmeten Haager Handschrift auf eine enge Freundschaft zwischen Albany und Jean Perreal – dem mutmasslichen Urheber der beiden Teppichfolgen – schliessen.

 

Damit dürfte der Gordische Knoten entwirrt, und alle vom Einhorn aufgegebenen Rätsel über Urheber, Bestimmung und Bedeutung dieser meisterhaften Bildteppiche endgültig gelöst sein.